KLASSISCH-KANTABEL

Sonntag, 14. Juli 2019 – 17:00 Uhr

EBRACH – KAISERSAAL

Wolfgang Amadeus Mozart
Serenade D-Dur KV 302 Posthornserenade
Carl Maria von Weber
Klarinettenkonzert Nr. 2 Es-Dur op. 74
Joseph Haydn
Londoner Sinfonie Nr. 104 Salomon

Claudia Dresel,
Klarinette
Philharmonie Festiva

Gerd Schaller, Dirigent


Karten zu  44 | 39 €
Karten unter Tel.:  09552 297
Melodienseligkeit und virtuose Bläser: In diesem Ebracher Kaisersaalkonzert mit der Philharmonie Festiva dürfen sich die Hörer auf feinste Flöten- und Oboentöne, hochromantische Klarinettengesänge und dann auch noch die virtuosen Hornsoli in Mozarts Posthornserenade freuen — ein Fest für Freunde konzertant eingesetzter Blasinstrumente und klassisch-frühromantischen Melodienreichtums!

Das Posthornspiel barg im 18. Jahrhundert übrigens durchaus gewisse Risiken: Damals wurden Ankunft und Abfahrt einer jeden Kutsche an jedem Ort vom Postillon mit bestimmten Hornsignalen angekündigt - spielte so ein Postillon aber zu schlecht konnte er bestraft werden; ebenso wie unberechtigte Posthornnutzer! Für den konzertanten Einsatz galten diese Regelungen aber offenbar nicht, oder zumindest ist aus Mozarts Biografie nichts Entsprechendes bekannt: Seine Posthornserenade, die am Beginn dieses Programms steht, widmete der Komponist 1779 den Salzburger Studenten zur Feier ihres Endexamens und darauf folgenden Wegzugs aus der Stadt. Das Posthorn-Solo im 2. Trio des Werks ist also als Abschiedsgruß gedacht, und schien den Strafverfolgungsbehörden wohl als berechtigte Nutzung des Instrumentes durchzugehen....

Dass Carl Maria von Webers 2. Klarinettenkonzert als eines der sanglich-melodiösesten Stücke des 19. Jahrhunderts gilt, mag nicht verwundern, wenn man weiß, dass der kleine Carl in der Theaterkompanie seines Vaters groß wurde und seine erste Oper im zarten Alter von zwölf Jahren schrieb. Auch in seinen Instrumentalkonzerten finden sich also mehr opernhafte denn symphonische Züge: Eine Rollenverteilung zwischen ariosen und hochvirtuosen Soli und orchestralem Spiel mit klanglichen Nuancen, Melodienreichtum, kantable, beinahe sprechende Solistenpartien.... Und sein 2. Klarinettenkonzert verdanken wir dem bayerischen König Max Josef - der nach der Uraufführung des ersten 1811 in München nämlich so begeistert war, dass er sofort zwei weitere Konzerte bei Weber in Auftrag gab.

„Die ganze Gesellschaft war äußerst vergnügt und auch ich. Ich machte diesen Abend vier tausend Gulden. So etwas kann man nur in England machen“, so schrieb Joseph Haydn nach der Uraufführung seiner 104. Symphonie, im Jahre 1795 in London in sein Notizbuch. Und ganz abgesehen vom rein kaufmännischen Aspekt der Sache schien Haydn mit dieser seiner letzten Symphonie auch als eine Art symphonischen Gipfelpunkt seines Schaffens, als sein Vermächtnis in diesem Genre anzusehen; schrieb er doch in den verbleibenden Jahren seines Lebens keine einzige mehr!

Das mag allerdings auch an den in Wien weniger günstigen Vorraussetzungen für solche Werke gelegen haben: Dort gab es seinerzeit keine geeigneten Konzertreihen, wenig Interesse beim Publikum, und auch keine geeigneten Orchester - Probleme, die den Besuchern des Ebracher Musiksommers zum Glück fremd sein dürften!
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